Ayurveda: Die Rolle von AGNI, dem Feuer der Verdauung, für die Gesundheit 


Bei der Zubereitung unserer täglichen Mahlzeiten beachten wir selten deren Anteil für die Verdauung und deren Anteil wiederum für unsere Gesundheit. 

Die gesamte Kunst des ayurvedischen Kochens basiert auf dem Konzept der Verdauung. 

Das Feuer der Verdauung, in Ayurveda als „AGNI“ bezeichnet, ist das biologische Feuer, das den Stoffwechsel regelt. Es fungiert als Beauftragter für die Katalyse bei der Verdauung und dem Stoffwechsel. „Agni“, als Feuer im Magen ist von Natur aus säurehaltig, seine Wirkung schlüsselt die Speise auf und stimuliert die Verdauung. In jedem Gewebe und jeder Zelle ist Agni präsent und wird für die Funktion des Autoimmunsystems benötigt. Agni bekämpft schädliche Mikroorganismen, feindliche Bakterien und Giftstoffe in Magen, Dünn- und Dickdarm. Daraus ergibt sich eine Schutzfunktion für die Flora dieser Organe. 

Lange Lebensdauer braucht Agni. Intelligenz, Verständnis, Wahrnehmung und Auffassungsgabe sind Wirkungen von Agni. So lange wie Agni richtig funktioniert wird der Prozess der Aufschlüsselung von Nahrung, die Absorption und Nahrungsaufnahme durch den Körper reibungslos funktionieren. 

Wenn Agni durch Toxine und Ungleichgewicht der Elemente gestört wird, wird der Stoffwechsel sofort drastisch beeinflusst. Nicht nur die oben beschriebenen Funktionen werden beeinträchtigt, sondern auch die Widerstandskräfte und das Immunsystem. Nahrungsbestandteile verbleiben unverdaut und nicht absorbiert. Sie sammeln sich im Dickdarm an und verwandeln sich in verschiedenartige, faulig- riechende, klebrige Substanzen. In Ayurveda werden diese als „Ama“ bezeichnet. Diese Stoffe verstopfen den Darm und weitere Kanäle wie Kapillaren und Blutgefäße. Durch chemische Wechselvorgänge entstehen Giftstoffe, die wiederum in das Blut absorbiert werden, sich im Blutkreislauf verteilen und als Arthritis, Diabetes, Herzkrankheiten und so weiter wieder auftauchen. 

Allerdings ist zu viel Agni ebenso nachteilig. Bei Überaktivität von Agni verbrennt der Verdauungsprozess. Verlust von Nährstoffen und Auszehrung ist die Folge. Dieser Zustand schwächt das Immunsystem. 

Im ayurvedischen Kochen beginnt die Verdauung bereits mit der Zubereitung des Essens. Auf mentaler Ebene „sättigt“ gut verdautes Essen länger als es jegliches Vergnügen vermag, denn selbst lange noch nachdem der anfängliche Rausch des Moments und des Vergnügens vorbei ist, wird gut verdautes und aufgenommenes Essen tausende von Körperzellen nähren und erfreuen. Unverdautes Essen, schlechte Verdauung erzeugt dieselbe Art von Unzufriedenheit in uns wie sie aus minderwertigen Ablenkungen entsteht, die uns letztendlich in ihren Versprechungen nur täuschen. 

(„Gandha“ Sarika Patil)