Frühjahrsmüdigkeit - was wirklich hilft?

Bald ist es wieder so weit: In der Nacht vom 29. Zum 30. März werden die Uhren eine Stunde vorgestellt.

Der Zeiten- und Wetterwechsel im Frühling macht manchen stark zu schaffen. Diese Frühjahrsmüdigkeit lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln lindern.


Die Freiluftsaison ist eröffnet. Mit länger werdenden Tagen und viel Sonne wollen sich die dazugehörenden Frühlingsgefühle trotzdem nicht bei jedem einstellen. Gähnattacken bereits am Morgen, sowie bleischwere Glieder häufen sich besonders nach der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit. Angela Schuh, Professorin für medizinische Klimatologie an der Universität München erklärt: "Die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit ist eine vegetative Reaktion auf die Veränderungen in der Natur.“

Ebenso wie Tiere, reguliert der Mensch seinen Stoffwechsel und Hormonhaushalt nach den äußeren Bedingungen wie Licht und Temperatur. 

Ist es kalt und dunkel, dann schützt sich der Körper. "Im Winter ist unsere Kerntemperatur um ein paar Zehntel Grad Celsius niedriger als im Sommer“, erläutert Schuh. „Dadurch wird der Stoffwechsel verlangsamt". Es ist also eine Art Mini-Winterschlaf, den der Körper hält. "In diesen Monaten produziert der Körper verstärkt das Schlafhormon Melatonin." Dadurch entwickelt sich ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis.

Der Körper muss sich umstellen, wenn dann im Frühjahr die Sonne wieder kräftiger und länger scheint. Durch das Licht ergibt sich eine vermehrte Ausschüttung des Aktivitätshormons Serotonin. Ebenso steigt die Körpertemperatur, die Blutgefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt. "Doch diese Anpassungsvorgänge schafft der Körper nicht von einem Tag zum nächsten. Sie dauern etwa zwei bis drei Wochen", teilt die Medizinerin Heidrun Holstein von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mit.

Weitere Faktoren, neben den vegetativen Prozessen, können auf die Entstehung von Frühjahrsmüdigkeit Einfluss nehmen. 

Infektionen sind dabei in den Übergangsjahreszeiten sehr häufig der Fall. Ebenfalls belasten starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht den Kreislauf und die Gefäße.


In manchen Jahren fallen, je nach Klimaentwicklung, die Umstellung auf die Sommerzeit, sowie die Klimaentwicklung in einen Zeitraum. Außerdem spielen Gewohnheiten, wie zum Beispiel die Gestaltung des Tagesablaufes, eine Rolle.

Es können sehr unterschiedliche Symptome der Frühjahrsmüdigkeit auftreten. "Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Schwindel, gereizte Stimmung, Kopfschmerzen, leichte Wetterfühligkeit und eine Tendenz zu trauriger Stimmung", erklärt der Internist Prof. Michael Stimpel von der Universität Köln. Dabei seien ältere und gebrechliche Menschen, Frauen, Personen mit einem labilen Kreislauf und jene, die sich im Winter sehr wenig bewegt haben, besonders betroffen.

Durch Bewegung wird der müde Körper aktiviert

Wer bereits in den Jahren davor an Frühjahrsmüdigkeit gelitten hat, kann die Beschwerden mit einfachen Mitteln zumindest mildern. 

Stimpel rät: „Präventiv kann man darauf setzen, dass Licht die Bildung des Aktivitätshormons Serotonin fördert: Man kann viel im Freien unterwegs sein oder auch eine Lichttherapie mit speziellen Lampen mit gefiltertem Licht durchführen". Kreislauf und Gefäßsystem können mit Hilfe von Saunagängen, Kneipp'schen Güssen und Wechselduschen stabilisiert werden und sind dadurch weniger anfällig für Temperaturschwankungen. Bewegung aktiviert den kompletten Körper.


"Viel frisches Obst und Gemüse versorgen den Körper mit einer Extraportion Vitamine und Mineralstoffe", fügt Holstein hinzu. Auch gehöre reichliches Trinken zum Präventionsprogramm. Der Körper wird somit von innen fit für den Frühling. Manchmal hilft es auch, eine kurze Pause einzulegen und frische Luft zu schnappen, falls die Frühjahrsmüdigkeit ganz akut eintrifft.

"Kaltes Wasser auf den Unterarmen oder ein feuchtes Handtuch auf der Stirn verscheucht die Beschwerden", meint Stimpel. Schuh ergänzt, dass der Körper Zeit braucht. "Lassen Sie es ruhig angehen und nehmen Sie die Beschwerden nicht zu schwer."

Ebenso gilt dies für Beschwerden, welche die Zeitumstellung mit sich bringt. "Sie ist so etwas wie ein kleiner Jetlag. Der Körper ist aus seinem gewohnten Rhythmus gebracht", erklärt Holstein. Es können durchaus 4 bis 14 Tage vergehen, bis der Organismus die fehlende Stunde Schlaf verkraftet hat.

Auf lange Partynächte sollten deshalb alle verzichten, denen die Zeitumstelleng zu schaffen macht. Stattdessen empfiehlt es sich auf Vorrat zu schlafen und dabei etwas früher als sonst ins Bett zu gehen. Wenn dann für den Montag danach schon alles vorbereitet ist, die Kleidung bereit liegt, der Frühstückstisch gedeckt und die Tasche gepackt ist, kann der Tag beinahe stressfrei starten.

 

Viel Spaß beim Lesen Ihre Anja Hirth Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnotherapeutin


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